Honoré Daumier
"Que diable Monsieur ne bougez donc pas les mains vous perdez la pose."
(Um Himmels Willen der Herr bewegen Sie doch nicht die Hände, Sie verlieren die Pose.)
1838
Lithographie
Croquis d'expression No. 34, in: LA CARICATURE (Deuxième Publication), 11.1.1838, Delteil 502Zu einem der seinerzeit beliebten Pferdebilder beauftragt, entdeckt der inspirierte Künstler im Hintergrund die Gestaltwerte des Pferdebesitzers. Vielleicht führt das Ganze doch noch zu einem echten Porträtauftrag?
Mit wachem Auge für wirtschaftliche Vorgänge seiner Zeit hat Honoré Daumier die Figur des Robert Macaire entworfen, dessen Gerissenheit ihn erfolgreich in die unterschiedlichsten beruflichen Rollen schlüpfen lässt. Anders als beispielsweise Till Eulenspiegel ist Macaire kein immer wieder vertriebener Narr, sondern eher ein Phantom des Zeitgeistes, dessen Ansätze aus dem erfolgsorientierten bürgerlichen Milieu stets Nutzen zu ziehen verstehen.
Honoré Daumier
"Oh! c'est admirable!... seulement.... la bouche me semble un peu grande... le nez un peu lourd. Et les yeux, ne les ai-je pas plus grands? Du reste c'est d'une ressemblance parfaite."
(Oh! Bewunderswert! ... allein ... der Mund erscheint mir etwas groß .. die Nase ein wenig schwer geraten. Und die Augen, habe ich sie nicht etwas größer? Der Rest ist von perfekter Ähnlichkeit.)
Lithografie, Scénes grotesques, No. 2, in: Le Charivari, 16.07.1839Immer wieder richtet sich Daumiers bissige Aufmerksamkeit auf die Ähnlichkeit von Porträts und was sie künstlerisch und wirtschaftlich bedeutet. Das kann im Atelier der dilletierenden Bürgerstochter oder auf der Titel einer satirischen Zeitschrift durchaus verschieden ausfallen.
Honoré Daumier >>>>>>>
"Il y a pourtant des gens qui ressemblent à ça?... N'est-ce pas M. Durandet"
(Da gibt es wirklich Leute die so aussehen? ... Nicht wahr, M. Durandet)
Lithografie, TYPES PARISIENS, No. 9, in: LA CARICATURE (Deuxième Publication), 16.06.1839